Schmallenberger Sauerland

Brennholz - sägen, spalten, verpacken

Die Lenne-Werkstatt, ein Betrieb des Sozialwerks St. Georg, beschäftigt 350 Menschen mit Assistenzbedarf. In der Kaminholz-Produktion verarbeiten die Mitarbeiter der Lenne-Werkstatt pro Jahr mehr als 1.000 Festmeter Holz. Von den Betrieben des Sozialwerks werden zahlreiche unterschiedliche Dienstleistungen angeboten: Büroservice, Werbeservice/Mailing, Elektromontagen, Metallbe- und -verarbeitung, Verpackungsarbeiten, digitale Archivierung, ­Aktenvernichtung und die Produktion von Kaminholz und Anzündern.

Verarbeitet wird ausschließlich Buchenholz aus dem Stadtwald Schmallenberg. Das qualitative hochwertigere Stammholz wird vom städtischen Forstamt selbst vermarktet und in der Bau- und Möbelindustrie massiv oder als Furnierholz verarbeitet. In der Stuhlherstellung ist Buchenholz das am meisten verwendete Holz, im Objektbereich und für Holzböden ist Buche das beliebteste Material. Beschädigtes Stammholz und die Äste werden auf den Holzplatz der Lenne-Werkstatt geliefert.

Im Jahr werden 1.000 Festmeter Holz auf Länge gesägt, gespalten und verpackt. Mit Scheitlängen von 1 m, 33 cm und 25 cm wird das Holz für jeden Ofen passend geschnitten. Gelagert und getrocknet werden die 1 Meter-Scheite in Rollbunden, das kurze Scheitholz in Gitterboxen. Bis auf das Sägen und Spalten erfolgen alle Arbeiten von Hand. Viele Kunden bevorzugen die 1 m-Rollbunde und verarbeiten das Holz selbst weiter.

Ergänzt wird das Energieangebot um „SauerlandBrenner“, Ofen- und Grillanzünder aus Jute, Holz und Wachsresten. Unter die Holzscheite gelegt und angezündet reicht die Brenndauer von ca. 12 Minuten aus, um die Scheite ohne weiteres Anmachholz zu entzünden. Mit dem Kauf werden Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung gesichert. Der Sauerlandbrenner kann über den eigenen Internetshop bestellt werden.

www.sozialwerk-st-georg.de/shop

Energiegehalt von Buchenholz

Der nutzbare Energiegehalt hängt vom Wassergehalt des Holzes ab. Das Buchenholz sollte vor dem Verbrennen einen Wassergehalt von weniger als 20 % aufweisen. Jedes Prozent Wassergehalt durch unzureichende Trocknung oder unsachgemäße Lagerung mindert den Heizwert um etwa 1 %.

Buchenholz wiegt bei etwa 15 % Restfeuchte 720 kg je m³. Ein Kilogramm ­Buchenholz hat einen Heizwert von etwa 4,2 kWh, das entspricht 0,4 l Heizöl.

1.000 Festmeter Buchenholz entsprechen dem Heizwert von 290.000 Litern Heizöl bzw. 2,9 Mio. kWh Erdgas.

Ein normaler Haushalt hat für Heizung und Warmwasser – je nach Größe und baulichem Zustand des Hauses – einen Wärmebedarf von etwa 25.000 bis 40.000 kWh pro Jahr. 1.000 Festmeter Buchenholz decken damit den Wärmebedarf von etwa 100 Haushalten.

Wie wird Holz vermessen?

Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter (m³) massiven Holzes. Der Raummeter entspricht einem m³ gestapeltem Holz mit Zwischenräumen. Der Umrechnungsfaktor beträgt etwa 0,7, der genaue Wert hängt von dem Anteil der Zwischenräume ab, die sich aus dem Querschnitt der Scheite oder Rundhölzer ergeben. Der Schüttraummeter ist die Maßeinheit für geschüttetes Scheitholz.

Energieträger Holz

Das Verbrennen von Holz am urzeitlichen Lagerfeuer ist die älteste bekannte Umwandlung und Nutzung von Energie durch den Menschen. In der Gegenwart findet Holz als nachwachsender Rohstoff zahlreiche Nutzungen, Stammholz vor allem in der Bau- und Möbelindustrie, Restholz für Plattenwerkstoffe, in der Herstellung von Papier und Zellulose und nicht zuletzt in der Energieerzeugung. Diese Nutzungen stehen untereinander im Wettbewerb, derzeit ist die Nachfrage hoch, was sich auch auf den Preis für Holzbrennstoffe auswirkt.

In der Energieerzeugung lässt sich Holz sehr vielseitig und flexibel verwenden, zur Wärme- und zur Stromerzeugung. Zur Erzeugung von Wärme wird Holz in Form von Scheitholz, Holzhackschnitzeln oder Holzpellets verbrannt, zur Stromerzeugung kann Holz zu Holzgas veredelt und in Blockheizkraftwerken verstromt werden oder in Wärmekraftwerken klassische Dampfturbinen antreiben. Bei beiden Prozessen wird etwa 40 % der eingesetzten Energie in elektrische Energie umgewandelt, mehr als die Hälfte der eingesetzten Energie fällt in Form von Wärme an, die für Wärmeversorgungen genutzt werden kann.

Bei der Verbrennung von Holz wird das Klimagas Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, jedoch handelt es sich um einen neutralen Kreislauf, da das Kohlendioxid von nachwachsenden Bäumen wieder aufgenommen wird. Eine geringe CO2-Belastung von 26 g je kWh entsteht aus dem Energieeinsatz beim Ernten, Transportieren und Verarbeiten des Holzes.


Sozialwerk St. Georg

Das Sozialwerk St. Georg ist ein innovatives soziales Dienstleistungsunternehmen, das in Nordrhein-Westfalen seit mehr als 60 Jahren für Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischen Störungen ein vielfältiges Leistungsspektrum bereithält. Das Sozialwerk macht Angebote in den Bereichen

  • Wohnen & Leben
  • Arbeit & Beschäftigung
  • Alltag & Freizeit
  • Begleitung & Orientierung
  • Bildung & Beratung.

Das Sozialwerk St. Georg ermöglicht es Menschen mit Assistenzbedarf, in unserer Gesellschaft selbstbestimmt und gleichberechtigt zu leben und zu arbeiten. Arbeit dient nicht allein dem Erwerbszweck, Arbeit verschafft Erfüllung und Anerkennung, Zugehörigkeit und Identifikation und nicht zuletzt entstehen dadurch nützliche und sinnvolle Produkte.

Das Sozialwerk St. Georg hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins, seine Tätigkeit ist als gemeinnützig anerkannt. Das Gesamtunternehmen mit 2.500 Mitarbeitern verschafft 4.000 Menschen mit Assistenzbedarf ein möglichst selbstbestimmtes Leben.

„LenneGold“

Zu Kaffee, Kuchen und Snacks lädt das Bistro „LenneGold“ ein. So kann das Sozialwerk seinen Mitarbeitern auch Arbeitsplätze in der Gastronomie anbieten. Zugang: Vom Kreisel vor dem Hauptgebäude zum Radweg an der B 236, nach links, 80 m in Richtung Schmallenberg, auf der linken Seite in der Ecke der Montage­halle.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9 bis 15 Uhr, am Freitag 9 bis 13 Uhr.